Digitale Kluft für Senioren überwinden
Ältere Generationen auf dem Weg in die digitale Welt zu begleiten und ihnen ein selbstbestimmtes Leben in einer zunehmend digitalen Gesellschaft zu ermöglichen, ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe von Politik, Wirtschaft und Zivilgesellschaft.
Um die digitale Teilhabe älterer Menschen am digitalen Leben nachhaltig zu verbessern, ist eine bundesweite Strategie mit ausreichender finanzieller Ausstattung unerlässlich.
Diese Strategie muss auf den Erkenntnissen des "DigitalPakt Alter" und der Forschung der Initiative D21 aufbauen und folgende Aspekte berücksichtigen:
Die steigende Internetnutzung älterer Menschen in Deutschland ist ein positives Zeichen, doch es darf nicht über die weiterhin bestehenden Herausforderungen hinwegtäuschen. Obwohl laut einer Sonderauswertung des D21-Digital-Index 2023/2024 zum Tag der älteren Generationen 71 Prozent der über 70-Jährigen online sind, fällt es vielen älteren Menschen schwer, souverän mit digitalen Anwendungen umzugehen. Dies betrifft insbesondere die Nachkriegsgeneration und die Generation bis 1945, bei denen digitale Basiskompetenzen weniger ausgeprägt sind. Die Initiative D21 betont, dass ältere Generationen nicht vor der Digitalisierung geschützt, sondern befähigt werden müssen, mit dem Wandel Schritt zu halten.
Die mangelnden digitalen Basiskompetenzen stellen ein erhebliches Problem für die gesellschaftliche Teilhabe älterer Menschen dar. Laut der Sonderauswertung des D21-Digital-Index 2023/2024 verfügen nur 32 Prozent der Nachkriegsgeneration und lediglich 11 Prozent der Generation bis 1945 über alle fünf untersuchten digitalen Basiskompetenzen (Informationen im Internet finden, Textprogramme nutzen, Smartphone-Funktionen anpassen, starke Passwörter verwenden, Fotos/Videos versenden). Mehr als die Hälfte der ältesten Generation beherrscht keine einzige dieser Kompetenzen. Angesichts der fortschreitenden Digitalisierung vieler Lebensbereiche, wie Bankgeschäfte, Arzttermine oder Behördengänge, führt dies zu einer zunehmenden Exklusion älterer Menschen. Die digitale Kluft, die Ungleichheit im Umgang mit digitalen Technologien, schränkt ihren Zugang zu wichtigen Informationen und Diensten ein.
Gesellschaftliche Teilhabe ist heutzutage untrennbar mit digitaler Teilhabe verbunden. Die Digitalisierung bietet gerade älteren Menschen viele Chancen, beispielsweise zur Pflege sozialer Kontakte oder zum einfachen Zugang zu Informationen und Dienstleistungen, insbesondere bei eingeschränkter Mobilität. Es ist daher essenziell, dass das Internet kein exklusiver Raum für jüngere Generationen bleibt. Valentina Daiber, Vizepräsidentin der Initiative D21, betont, dass ältere Menschen sowohl durch nutzerfreundliche digitale Anwendungen als auch durch die Förderung ihrer Fähigkeiten unterstützt werden müssen, diese sicher und kompetent zu nutzen.
Ein wichtiger Schritt zur Verbesserung der digitalen Teilhabe älterer Menschen ist der „DigitalPakt Alter“, ein Bündnis des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) und der Bundesarbeitsgemeinschaft der Seniorenorganisationen (BAGSO). Die Initiative D21 ist diesem Pakt beigetreten und bringt ihre Forschungsergebnisse ein, um die Bedürfnisse älterer Menschen im digitalen Wandel transparenter zu machen. Ziel des DigitalPakts ist es unter anderem, digitale Technologien für Ältere zugänglicher zu machen und den Nutzen digitaler Geräte aufzuzeigen. Bis Ende 2025 werden 300 Erfahrungsorte gefördert, um ältere Menschen beim Aufbau digitaler Kompetenzen zu unterstützen.